Wenn etwas perfekt ist, dann ist es die Natur
Ich stand in einer Schneelandschaft, die so still war, dass ich den Atem anhielt. Ich dachte: "Die Kälte tut fast weh, aber sie ist auch unglaublich schön."

Kennt ihr das auch? Erst, wenn man wieder zuhause im Warmen ist, realisiert man, wie schön es eigentlich im Schnee war? Diese Ruhe, alles weiß, weich, glitzernd – als hätte jemand glitzerndes Licht auf die Erde gestreut. Jeder Ast trägt ein schimmerndes Kleid aus Frost, und jedes Geräusch scheint vom Schnee verschluckt zu werden.
In diesem Moment fühle ich mich wie Teil eines Wunders. Und plötzlich denke ich: "Wenn etwas perfekt ist, dann ist es die Natur, die gar nicht perfekt sein WILL."
Eine Schneeflocke fällt, ohne über ihre Form nachzudenken. Ein Baum beugt sich unter der Last des Schnees, ohne Widerstand. Nichts in der Natur bemüht sich, besser zu sein. Es ist einfach – im Werden, im Vergehen, im Immer-wieder-neu-Beginnen.

Da wurde mir klar, dass Perfektion nichts Starres ist. Sie lebt in der Bewegung, im Atem, in der Veränderung. Der Schnee wird schmelzen, das Wasser fließt, das Eis bricht – und in allem steckt dieses Gleichgewicht, das kein Mensch jemals ersinnen könnte.
Wir sind Teil derselben Natur. Und doch versuchen wir oft, etwas zu erreichen, das es so gar nicht gibt: einen Zustand von Makellosigkeit. Aber die Natur kennt kein „besser“ oder „schöner“. Sie kennt nur Wahrhaftigkeit. Und das reicht.
Während ich dort im Schnee stand, inmitten von Stille und Licht, spürte ich tief in mir: Ich muss nicht perfekt sein. Ich darf einfach sein. Genau jetzt, genau so.
Darum sind wir alle perfekt unperfekt. Und das ist auch gut so.

So baue ich in der Natur Stress ab (probiere aus aus):
Schritt 1: Ankommen und durchatmen
Geh allein an einen Ort in der Natur, der sich für dich sicher und ruhig anfühlt – Wald, Park, See oder Feld.
Stell dein Handy aus oder auf Flugmodus und nimm dir bewusst 5–10 Minuten nur zum Gehen und tiefen Atmen (z. B. langsam durch die Nase ein, länger durch den Mund aus).
Schritt 2: Sinne öffnen und Stress loslassen
Bleib an einem schönen Platz stehen oder setz dich hin und richte deine Aufmerksamkeit nacheinander auf das, was du siehst, hörst, riechst und fühlst (Wind auf der Haut, Geräusche, Farben, Düfte).
Wenn Stressgedanken kommen, nimm sie nur wahr und lenke deine Aufmerksamkeit sanft zurück auf ein Naturdetail – ein Blatt, eine Wolke, einen Ast, dein Atem.
Schritt 3: Dankbarkeit spüren und Glück einladen
Lege eine Hand auf dein Herz, atme ein paar Mal ruhig ein und aus und sprich innerlich 3 Dinge, für die du in diesem Moment dankbar bist (z. B. Ruhe, Luft, dein Körper).
Lächle dir selbst zu, bleib noch ein paar Minuten in der Stille und erlaube dir, dieses leichte, warme Körpergefühl bewusst als dein persönliches Glücksgefühl zu speichern.
4 Kommentare
Lieber Wolfgang, Du beschreibst es so schön wie einfach es eigentlich ist Stress abzubauen und dass man dafür gar nichts Besonderes oder viel braucht. Es ist viellicht sogar genau die Einfachheit, die so entspannend wirkt. Du machst es genau richtig! Gar nicht erst Stress entstehen lassen. Ich übe mich auch darin immer feiner und achtsamer in meiner Wahrnehmung zu sein, wann sich Stress aufbaut und versuche direkt darauf mit kleinen harmonisierenden Tools zu reagieren. Mir hilft dann immer wieder als aller erstes den Fokus auf meine Atmung lenken.
Oh ja, liebe Petra! die Natur Finnlands, ebenso wie die von Schweden und Norwegen, haben wirklich eine ganz besondere Ausstrahlung und Tiefe. Sie ist einerseits rau und gleichzeitig ganz fein und lieblich. Vor allem die Stille mitten in der Natur an abgelegen Orten hat mich zutiefst berührt. Ich bekomme jetzt schon wieder eine Gänsehaut, wenn ich daran denke. Ich finde je unberührter die Natur, desto stärker ist dieses Verbundenheitsgefühl und die Entspannung.
Ich kann mich am besten in Finnland entspannen… ein kleines Häuschen ( Mökki) am See, die Menschen, die Mitternachtssonne im Sommer, Polarlichter im Winter, endlose Wälder und diese Stille!
Das lässt jede Art von Stress vergessen.
Wie ich Stress abbaue: ( versuche, Stress nicht erst entstehen zu lassen), ein abendlicher Spaziergang am Strand der Ostsee, eines meiner Lieblingsbücher lesen, mit einem guten Tee dazu, ein interessantes Museum besuchen…